Jahresversammlung TheBe, Neue Wege und RESOS mit Vortrag ITP, Münster


Samstag, 19. Juni 2021
Jahresversammlungen mit Rahmenprogramm durch das Institut für Theologie und Politik, Münster

Pfarreizentrum Barfüsser, Luzern (Winkelriedstrasse 5)

Jahresversammlungen
09.00 - 09.25 Uhr     Eintreffen und Kaffee
09.30 - 10.30 Uhr     JV TheBe
10.45 - 11.45 Uhr     JV Religiö-Sozialistische Vereinigung der Deutschschweiz (RESOS)
11.50 - 12.50 Uhr     Picknick am Mittag
13.00 - 14.30 Uhr     JV Freundinnen und Freunde der Neuen Wege

Rahmenprogramm
14.45 - 16.45 Uhr     Inputs von Dr. Julia Lis und Dr. Michael Ramminger, Institut für Theologie und Politik, Münster

Messianischer Glaube gegen die Zertrümmerung des Seins
Was Walter Benjamin einer Theologie der Befreiung zu sagen hat

100 Jahre sind es her, dass Walter Benjamin sein Fragment „Kapitalismus als Religion“ veröffentlichte. Er brachte darin die beunruhigende Einsicht zum Ausdruck, dass sich der Kapitalismus zu einem System entwickelt habe, dass die traditionellen Religionen, vor allem das Christentum, ersetze und überflüssig mache. Die Religion des Kapitalismus zeichne sich dadurch aus, dass sie auf keine Erlösung mehr hoffen lässt, sondern eine permanente Verschuldung vorantreibt, bis zur völligen Zertrümmerung des Seins. Hier lässt sich eine Parallele zu dem ausmachen, was die Theologie der Befreiung die Götzen des Todes nannte, die ein Leben in Freiheit und Gleichheit verunmöglichen.
Wenn wir auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen und kirchlichen Prozesse schauen, wird die Aktualität von Benjamins Diagnose evident: Obwohl angesichts der voranschreitenden Zertrümmerung des Seins, insbesondere durch die Klimakatastrophe, der Kapitalismus sein utopisches Potential verloren hat, werden kaum grundlegende Alternativen deutlich. Stattdessen werden hilflose Scheinlösungen im Sinne eines Green New Deals propagiert, die das kapitalistische Akkumulationsregime modernisieren sollen. Die christlichen Kirchen reagieren auf diese Entwicklungen meist entweder mit einer Anpassung an den neoliberalen Markt der Religionen oder mit reaktionären Tendenzen, die jedes emanzipatorische Potential des Christentums leugnen. 
Was also haben wir angesichts dieser Zeitdiagnose der kapitalistischen Totalität noch entgegenzusetzen? Was trauen wir den messianischen Versprechen des Christentums noch zu? Und wie gelingt es uns, die Möglichkeit einer anderen Welt, bewohnbar für alle, offenzuhalten?


Anmeldungen für die Mittagsverpflegung bis 12. Juni 2021 an
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Verschiebedatum, falls der Anlass coronabedingt ausfallen müsste:
Samstag, 11. September 2021